In den Kommunen ist das nicht anders wie überall sonst. Alle Aufgaben und Leistungen, die eine Kommune erfüllt, kosten Geld. Ob Personalkosten, Reinigungskosten, Energiekosten, Straßen- und Gebäudeunterhalt, Fahrzeugpflege und vieles mehr – alles muss im Rahmen von Verwaltungskosten bezahlt werden.
Dazu kommen die Gelder für Investitionen: Kindergarten- und Schulbauten, Sport- und Freizeiteinrichtungen, öffentliche Gebäude, Schaffung von Gewerbegebieten, Sanierungsmaßnahmen usw.
Das ist nur ein kleiner Überblick. Für all das benötigen die Kommunen Einnahmen – doch wie kommen diese zustande?
Die Kommune erhebt selbst Steuern: Gewerbesteuer, Grundsteuer und örtliche Steuern wie beispielsweise die Zweitwohnungssteuer oder die Hundesteuer.
Von der Einkommen- und Umsatzsteuer erhalten die Kommunen einen gesetzlich festgelegten Anteil.
Die Kommune erhält für bestimmte öffentliche Dienstleistungen wie Wasser- und Abwasserversorgung oder die Nutzung kultureller und öffentlicher Einrichtungen Beiträge und Gebühren von den Bürger*innen, die diese Dienstleistungen in Anspruch nehmen.
Die Kommune erzielt Einnahmen aus Mieten, Pachten, Verkäufen und eigener Wirtschaftstätigkeit, also aus Eigenbetrieben wie dem Freibad Rußweiher oder der Camping- und Freizeitanlage Rußweiher.
Investitionen der Kommunen können aus EU-, Bundes- oder Landesmitteln als Zuweisungen oder Investitionspauschalen bezuschusst werden. Dazu bedarf es allerdings einer Reihe von Voraussetzungen, die die Kommune erfüllen muss.
Zur Finanzierung ihrer Aufgaben können Kommunen Zuweisungen aus allgemeinen Steuermitteln erhalten, wenn sie ihre Aufgaben sonst nicht erfüllen könnten. Diese sogenannten Schlüsselzuweisungen sollen einen Ausgleich zwischen finanzstarken und finanzschwachen Kommunen schaffen.
Alle diese Einnahmen dienen dazu, die Ausgaben zu finanzieren. Oder wie es im Kommunalrecht heißt:
„Ziel der kommunalen Wirtschafts- und Haushaltsführung ist die Bereitstellung der erforderlichen Mittel zur Durchführung der notwendigen kommunalen Aufgaben.“
Er umfasst alle laufenden Einnahmen wie Steuern, Gebühren und Mieteinnahmen sowie die laufenden Ausgaben für Personal, Sachbedarf für Verwaltung und Betrieb sowie Zuschüsse, beispielsweise für Vereinstätigkeiten.
Hier finden sich:
Auf der Ausgabenseite stehen:
Grundsatz für den Umgang mit all diesen Geldern ist die sparsame und wirtschaftliche Verwendung. Es handelt sich immer um fremde Gelder.
Die Stadt Eschenbach erhält Einnahmen aus unterschiedlichen Quellen, die zunächst dem Verwaltungshaushalt zur Erfüllung der kommunalen Pflichtaufgaben zur Verfügung stehen.
Sind diese Einnahmen höher als die Ausgaben des Verwaltungshaushalts, können Überschüsse dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Mit diesen Mitteln und weiteren Einnahmen im Vermögenshaushalt lassen sich dann geplante Investitionen finanzieren.
Sollten diese Überschüsse jedoch negativ verlaufen oder sich stark reduzieren, wie es in den Finanzjahren 2024 bis 2028 zu beobachten ist, müssen Investitionen durch eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage oder, wenn diese aufgebraucht ist, durch Kredite gesichert werden.
Im Jahr 2025 ergibt sich lediglich eine marginale Zuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt in Höhe von 312.000 Euro.
Dem gegenüber steht eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von 2.323.750 Euro, um die geplanten Investitionen sicherzustellen.
Für die Jahre 2026 bis 2028 stellt sich die Situation nicht besser dar.
Auf der Ausgabenseite schlagen insbesondere zwei Faktoren deutlich zu Buche:
Die Personalkosten stiegen seit 2020 von 1.944.682 Euro auf 3.065.310 Euro im Jahr 2025. Gründe sind neben Tarifsteigerungen auch erhebliche Neueinstellungen.
Die Betriebsausgaben erhöhten sich im gleichen Zeitraum von 3.268.922 Euro auf 4.971.440 Euro.
Aufgrund der Tarifverhandlungsergebnisse ist bei den Personalkosten im Jahr 2026 mit einer weiteren Steigerung von rund 3 Prozent zu rechnen.
Nach der Finanzkrise 2008 und 2009 wurden weltweit die Kapitalanforderungen für Banken erhöht, um strukturelle Schwächen im Bankensystem zu reduzieren und die Finanzstabilität zu sichern.
Eigenkapitalquoten zwingen Kreditinstitute zur Bildung von Rücklagen, um Schwankungen auffangen zu können.
Für Kommunen gilt im Grunde dasselbe Prinzip.
Rücklagen sind notwendig, um Unterdeckungen im Verwaltungshaushalt ausgleichen zu können. Sind sie aufgebraucht, bleibt nur der Weg in die Verschuldung.
Zu Jahresbeginn 2020 betrug der Rücklagenstand rund 22.000.000 Euro.
Zu Jahresbeginn 2025 betrug der Rücklagenstand formal 20.100.000 Euro.
Dieser Wert war jedoch unter anderem darauf zurückzuführen, dass Haushaltsausgabereste von nicht getätigten Investitionen in Höhe von geschätzt 5 Millionen Euro den Rücklagen zugeführt wurden.
Ob hierfür ein gesonderter Stadtratsbeschluss erforderlich gewesen wäre, wird noch geprüft.
Die Allgemeine Rücklage der Stadt überschreitet aktuell noch die Mindestrücklage deutlich.
Nach den vorliegenden Planungen wird sie jedoch bis zum Jahr 2028 auf die Höhe der Mindestrücklage absinken.
Ab diesem Zeitpunkt droht unter Umständen der Einstieg in die Verschuldung der Stadt Eschenbach.
Kommunalpolitik bedeutet daher nicht nur zu gestalten, sondern vor allem solide zu wirtschaften.
Oder um es mit dem eingangs gewählten Bild zu sagen:
Ohne Moos nix los.
Als letzte Grafik veröffentlichen wir den Finanzplan beziehungsweise das Investitionsprogramm bis 2028 und ergänzen dazu einige Anmerkungen.
Ohne eine Bewertung der Sinnhaftigkeit oder der zeitlichen Priorität einzelner Maßnahmen umfasst die Gesamtsumme der dargestellten geplanten Vorhaben eine Investitionssumme von rund 40,7 Millionen Euro.
Zieht man davon die veranschlagten 21,8 Millionen Euro an Fördermitteln ab, verbleiben immer noch gut 20 Millionen Euro Eigenanteil.
Dem standen Anfang 2025 20 Millionen Euro Rücklagen gegenüber.
Auf den ersten Blick scheint sich das rechnerisch auszugleichen. Auf den zweiten Blick stellen sich jedoch erhebliche Fragen.
Einnahmen: 4.649.000 Euro
Ausgaben: 8.945.000 Euro
Einnahmen: 6.300.000 Euro
Ausgaben: 7.450.000 Euro
Einnahmen: keine
Ausgaben: 5.490.000 Euro
Einnahmen: 3.400.000 Euro
Ausgaben: 3.540.000 Euro
Einnahmen: 1.448.600 Euro
Ausgaben: 2.865.000 Euro
Einnahmen: 766.280 Euro
Ausgaben: 1.478.280 Euro
Einnahmen: 828.000 Euro
Ausgaben: 1.380.000 Euro
Einnahmen: 1.380.000 Euro
Ausgaben: 1.380.000 Euro
Einnahmen: keine
Ausgaben: 1.320.000 Euro
Einnahmen: 500.000 Euro
Ausgaben: 1.425.000 Euro
Einnahmen: 520.000 Euro
Ausgaben: 800.000 Euro
Einnahmen: 170.000 Euro
Ausgaben: 765.000 Euro
Einnahmen: 740.000 Euro
Ausgaben: 740.000 Euro
Einnahmen: 108.500 Euro
Ausgaben: 600.000 Euro
Einnahmen: keine
Ausgaben: 600.000 Euro
Nicht mehr aufgeführt sind:
Die Kassenlage im Haushaltsjahr 2024 war gesichert.
Kassenkredite wurden nicht in Anspruch genommen.
Der Kassenbestand wurde überwiegend als Festgeld angelegt.
Für den Fall, dass 2025 vorgesehene Einnahmen nicht rechtzeitig eingehen, ist ein Kassenkredit bis zur Höhe von 2.000.000 Euro festgesetzt.
Addiert man die genannten Projekte, entsteht eine deutliche Diskrepanz zwischen Planung und realistischer Finanzlage.
Die Richtung ist klar erkennbar: Verschuldung.
Und das vor dem Hintergrund steigender Kreditzinsen, die viele Bürgerinnen und Bürger bereits schmerzhaft erfahren haben.
Für die Eschenbacher SPD stellt sich deshalb eine klare Grundsatzfrage:
Welche Projekte haben Priorität?
Was ist zwingend notwendig?
Was ist zeitlich streckbar?
Und wie sichern wir dauerhaft die finanzielle Handlungsfähigkeit unserer Stadt?
Solide Kommunalpolitik bedeutet, nicht nur zu planen, sondern realistisch zu rechnen.